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    SEO

    Keyword-Recherche: Anleitung für lokale Unternehmen

    AM
    Ahmad Marvin Jaber
    12 Min. Lesezeit
    Keyword-Recherche: Anleitung für lokale Unternehmen – Beitragsbild von VisiBuilt

    Zusammenfassung

    • Keyword-Recherche heißt nicht "Wörter sammeln", sondern herausfinden, mit welchen Worten Ihre künftigen Kunden ihr Problem beschreiben – und welche davon zu einer Anfrage führen.
    • Für lokale Unternehmen gilt fast immer: Weniger Suchvolumen, mehr Kaufabsicht. 90 Suchanfragen nach "Heizung Notdienst Bonn" sind mehr wert als 9.000 nach "Heizung".
    • Sie brauchen kein Bezahltool für den Anfang. Google-Autovervollständigung, "Ähnliche Suchanfragen", die Search Console und Ihr eigenes Telefon liefern die besten Ideen.
    • Bewerten Sie jedes Keyword nach drei Kriterien: Suchintention, Realismus (Wettbewerb) und Geschäftswert. Volumen ist das schwächste der vier Signale.
    • Ergebnis der Recherche ist keine Liste, sondern eine Zuordnung: ein Thema – eine Seite. Zwei Seiten für dasselbe Thema schaden sich gegenseitig.

    Schritt 1: Beginnen Sie bei Ihren Kunden, nicht bei einem Tool

    Der häufigste Fehler ist, mit einem Keyword-Tool anzufangen. Tools liefern Varianten von dem, was Sie eingeben – sie können Ihnen nicht sagen, wie Ihre Kunden sprechen. Das wissen Sie selbst am besten.

    Sammeln Sie in 30 Minuten:

    • Wie Anrufer ihr Anliegen formulieren. "Bei mir tropft es unter der Spüle" ist die Realität, "Sanitärinstallation" ist Ihre Berufsbezeichnung.
    • Die zehn häufigsten Fragen aus Erstgesprächen. Jede ist ein potenzieller Ratgeberbeitrag.
    • Die Begriffe aus Ihren letzten zehn Angeboten. Was haben Sie tatsächlich verkauft?
    • Wie Wettbewerber ihre Leistungen benennen. Nicht kopieren – vergleichen.

    Aus dieser Rohliste entstehen die Startbegriffe für alles Weitere.

    Schritt 2: Die vier Suchintentionen unterscheiden

    Das ist der wichtigste Schritt und der, den die meisten überspringen. Jede Suchanfrage hat eine Absicht. Wer die Absicht verfehlt, rankt nicht – oder rankt und bekommt trotzdem keine Anfragen.

    IntentionBeispielPassende SeiteAnfragewahrscheinlichkeit
    Informativ"warum tropft der wasserhahn"Ratgeberbeitragniedrig
    Kommerziell (Recherche)"sanitärbetrieb bonn erfahrungen"Referenzen, Bewertungenmittel
    Transaktional"wasserhahn reparieren lassen bonn"Leistungs-/Standortseitehoch
    Navigational"müller sanitär bonn"Startseitesehr hoch

    Praktische Konsequenz: Ihre Leistungsseiten bedienen transaktionale Suchen, Ihr Blog informative. Wenn Sie versuchen, mit einem Ratgeberbeitrag eine transaktionale Suche zu gewinnen, verlieren Sie gegen Anbieter mit einer echten Leistungsseite – und umgekehrt.

    Wie Sie die Intention prüfen? Googeln Sie den Begriff und schauen Sie, was rankt. Google zeigt Ihnen mit den Top-10-Ergebnissen exakt, welchen Seitentyp der Algorithmus für passend hält. Wenn dort ausschließlich Ratgeber stehen, werden Sie mit einer Verkaufsseite nicht durchdringen.

    Schritt 3: Ideen sammeln – auch ohne Bezahltool

    QuelleWas Sie bekommenKosten
    Google-AutovervollständigungEchte, häufig getippte Formulierungenkostenlos
    "Ähnliche Suchanfragen" (Seitenende)Verwandte Begriffe und Variantenkostenlos
    "Nutzer fragen auch"Fragen für FAQ und Ratgeberkostenlos
    Google Search ConsoleSuchanfragen, über die Sie schon jetzt gefunden werdenkostenlos
    Google Keyword-PlanerVolumenbereiche (Ads-Konto nötig)kostenlos
    Google TrendsSaisonalität und regionale Unterschiedekostenlos
    Bezahltools (z. B. Semrush, Ahrefs, Sistrix)Volumen, Schwierigkeit, Wettbewerbsdatenab ca. 100 €/Monat

    Der unterschätzte Favorit ist die Search Console. Unter "Leistung" sehen Sie, mit welchen Suchanfragen Ihre Seite bereits Impressionen erzielt. Suchanfragen auf den Positionen 8 bis 20 sind Gold: Dort ist Relevanz nachgewiesen, und der Weg auf Seite 1 ist kurz. Diese Liste ist meist wertvoller als jede Neurecherche.

    Ein Hinweis zu Volumenangaben: Alle Zahlen – auch die aus Bezahltools – sind Schätzungen und teilweise gruppierte Werte. Behandeln Sie sie als Größenordnung, nicht als Messwert.

    Schritt 4: Long-Tail statt Kopfbegriffe

    Für ein lokales Unternehmen ist der Wettbewerb um kurze, generische Begriffe praktisch nicht zu gewinnen – dort stehen Portale, Vergleichsseiten und bundesweite Anbieter mit gewachsener Autorität.

    KeywordVolumen (Größenordnung)WettbewerbRealistisch für KMU?
    elektrikersehr hochsehr hochnein
    elektriker bonnmittelhochmittelfristig
    elektriker bonn beuel notdienstniedrigniedrigja, kurzfristig
    wallbox installation bonn kostenniedrigniedrigja, kurzfristig

    Der Denkfehler bei Long-Tail ist die Fixierung auf die einzelne Zahl. 40 Suchen im Monat klingen nach nichts – aber 25 solcher Begriffe ergeben zusammen ein spürbares Anfragevolumen, und sie kommen von Menschen, die genau wissen, was sie wollen. Mehr dazu, wie Sie daraus Rankings machen, steht in Google-Ranking verbessern.

    Schritt 5: Bewerten und priorisieren

    Legen Sie eine simple Tabelle an und bewerten Sie jedes Keyword auf einer Skala von 1 bis 3:

    KriteriumFrageGewicht
    GeschäftswertFührt dieser Begriff zu einem Auftrag, den ich haben will?hoch
    IntentionPasst der Begriff zum Seitentyp, den ich anbieten kann?hoch
    RealismusSind die Top-10 mit Seiten belegt, gegen die ich bestehen kann?mittel
    VolumenSucht überhaupt jemand danach?niedrig

    Sortieren Sie nach der Summe – und beginnen Sie mit den Begriffen, die hohen Geschäftswert und niedrigen Wettbewerb verbinden. Diese Kombination ist der einzige realistische Einstieg für eine Website mit geringer Domain-Autorität.

    Kennzahlen zur Schwierigkeit (in Tools oft als "Keyword Difficulty" oder ähnlich bezeichnet) sind eine gute Orientierung, aber kein Urteil: Sie beziehen sich meist auf den nationalen Wettbewerb und unterschätzen, wie viel leichter lokale Varianten sind.

    Schritt 6: Die Keyword-Landkarte – ein Thema, eine Seite

    Am Ende steht keine Liste, sondern eine Zuordnung. Jedes Hauptthema bekommt genau eine Seite. Varianten und Synonyme werden auf derselben Seite behandelt, nicht auf einer zweiten.

    SeiteHauptbegriffNebenbegriffe
    /leistungen/elektroinstallationelektroinstallation bonnelektriker bonn, elektroarbeiten bonn
    /leistungen/wallboxwallbox installation bonnwallbox montage, ladestation zuhause
    /blog/wallbox-kostenwallbox kostenwas kostet eine wallbox, förderung wallbox

    Warum das so wichtig ist: Zwei eigene Seiten für "elektriker bonn" und "elektroinstallation bonn" konkurrieren miteinander. Google muss sich für eine entscheiden, interne Links und externe Verweise verteilen sich, und beide Seiten bleiben schwächer, als eine gute Seite es wäre. Dieses Problem – oft "Keyword-Kannibalisierung" genannt – finden wir in fast jedem Audit.

    Faustregel: Wenn Sie für zwei Begriffe im Grunde denselben Text schreiben würden, gehören sie auf eine Seite.

    Schritt 7: Umsetzen und nachhalten

    Ein Keyword gehört an fünf Stellen – und an keine weitere:

    1. 1
      Title-Tag , möglichst weit vorne, insgesamt unter etwa 60 Zeichen
    2. 2
      H1 , in natürlicher Formulierung
    3. 3
      Erster Absatz , in den ersten beiden Sätzen
    4. 4
      Ein bis zwei Zwischenüberschriften , wo es inhaltlich passt
    5. 5
      Interne Linktexte von anderen Seiten auf diese Seite

    Was Sie nicht tun sollten: den Begriff in jedem Absatz wiederholen. Eine Keyword-Dichte als Zielgröße gibt es nicht; übermäßige Wiederholung ("Keyword Stuffing") führt Google in den Search Essentials ausdrücklich als Spam-Praktik auf.

    Prüfen Sie nach acht bis zwölf Wochen in der Search Console: Erscheint die Seite für den Zielbegriff? Auf welcher Position? Wenn sie für einen ganz anderen Begriff Impressionen sammelt, haben Sie ein wertvolles Signal – manchmal ist die tatsächliche Nachfrage eine andere als die vermutete.

    Was Sie sich sparen können

    • Keyword-Listen kaufen. Ohne Bezug zu Ihrem Angebot und Ihrer Region wertlos.
    • Meta-Keywords ausfüllen. Google wertet dieses Feld seit 2009 nicht mehr aus.
    • Massenhaft Städteseiten mit identischem Text. Dünne, nahezu gleiche Seiten sind ein bekanntes Qualitätsproblem und bringen selten Rankings.
    • Auf Volumen optimieren, das Sie nie erreichen. Ein Begriff, für den Sie auf Position 60 landen, bringt exakt null Besucher.

    Weiterlesen:

    Quellen: Google Search Central, Search Essentials und SEO-Startleitfaden (Hinweise zu Keyword Stuffing und zu Inhalten für Nutzer statt für Suchmaschinen); Google, Ankündigung zur Nichtberücksichtigung des Meta-Keywords-Tags (2009); Google Search Console-Dokumentation zum Leistungsbericht; eigene Projekterfahrung aus Keyword-Recherchen für lokale Dienstleister. Volumenangaben in Beispielen sind Größenordnungen, keine Messwerte. Stand: August 2026.

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